Gesetzliche oder private Krankenversicherung - was ist besser?

In Deutschland ist jeder dazu verpflichtet einer Krankenkasse beizutreten. Dabei bleibt einem freigestellt, ob diese rein gesetzlich ist oder ob es sich dabei um eine Privatversicherung handelt. Je nachdem, wofür sich entschieden wird, bringt dies finanzielle Aspekte und Auswirkungen auf die gesundheitliche Versorgung mit sich.

Die Krankenversicherung

Die Wahl der richtigen Krankenkasse oder Krankenversicherung ist der erste Schritt. Hierbei sollten sich Verbraucher im Vorfeld sorgsam informieren um letztlich die richtige Versicherung auswählen zu können. Fällt die Wahl auf eine private Krankenversicherung so muss einem bewusst sein, dass diese um einiges teurer ist. Zudem ist der Rücktritt in eine gesetzliche Versicherung meist mit Problemen verbunden. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der Wahl der Krankenkasse auch die Familienplanung und dessen Umstände mit berücksichtig werden sollten.
Für wen eignet sich eine private Krankenversicherung?
Nicht jeder eignet sich für eine private Krankenversicherung. Diese gilt nur für diejenigen, dessen Jahresbruttoeinkommen vor dem Wechsel der Kasse die Versicherungspflichtgrenze von 52.200 Euro (Wert für 2013) liegt. Liegt das Jahreseinkommen darunter, so ist ein Wechsel zu diesem Zeitpunkt nicht möglich. Ebenfalls können sich Selbstständige (die hauptberuflich selbständig sind) sowie Beamte privat versichern lassen. Vor allem für Beamte ist dies oftmals eine günstigere Methode.

Was kostet die Versicherung?

Neben den Leistungen sind die Kosten für die jeweilige Versicherung mit der wichtigste Punkt. Bei einer gesetzlichen Krankenversicherung ermittelt sich der Betrag aus dem Bruttoeinkommen. So wurde im Januar 2013 ein Prozentsatz von 15,5% eingezogen. Dieser wird in Teilen von dem Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt. Durch diesen Beitrag werden bei den gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für das laufende Kalenderjahr gedeckt. Bei einigen Kassen ist es so, dass mitversicherte Ehegatten und Kinder beitragsbefreit sind. Beamten, die in einer gesetzlichen Krankenkasse sind, zahlen diesen zu 100%. Bei ihnen übernimmt der Arbeitgeber keinen Teil der Leistung.

Hingegen ist jede Person bei der privaten Versicherung für sich selbst versichert. Sind z. B. Kinder vorhanden, so muss auch ein Beitrag für diese gezahlt werden. Dieser richtet sich nach Alter, Geschlecht und Gesundheitszustand der zu versichernden Person. Dennoch kann die private Krankenversicherung einen Antrag ablehnen. Eine Verpflichtung auf Vertragsabschluss besteht lediglich bei sog. Basistarifen.

Die Kosten im Alter

In der gesetzlichen Krankenversicherung wird ab dem Rentenalter ein allgemeiner Beitragssatz für Pflichtversicherte berechnet. Auch dieser Beitrag wird aufgeteilt und zum Teil von dem Rentenversicheurngsträger und dem Rentner/der Rentnerin beglichen. Freiwillig gesetzlich Krankenversicherte zahlen jedoch auch dann den vollen Beitrag.

Anders sieht es bei der privaten Krankenversicherung aus. Hier sind die Beiträge nicht konstant, sondern richten sich nach dem jeweiligen Tarif. Meistens steigen hier die Kosten, trotz der von der Versicherung gebildeten Altersrücklage. Dieser Faktor sollte unbedingt mit beachtet werden, wenn man sich für eine private Versicherung entscheidet. Auch im Alter muss noch genügend Geld für die Krankenkasse zur Verfügung stehen.

Weitere Faktoren

Des Weiteren ist zu beachten, dass Kinder nicht immer beitragsfrei in eine gesetzliche Krankenkasse mitversichert werden können. Dies passiert z. B. dann, wenn beide Ehepartner ein entsprechendes Einkommen haben oder wenn ein Elternteil privat versichert ist und oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Der Leistungsumfang sollte bei privaten Krankenversicherungen ebenfalls berücksichtigt werden. Wer sich in jungen Jahren für eine private Absicherung entscheidet, der sollte auch privat etwas Geld zur Seite legen, damit im Alter genug vorhanden ist.

Bevor jedoch ein Vertrag abgeschlossen wird, sollten im ersten Schritt ausführliche Informationen eingeholt werden. Auch die Berichte von „Stiftung Warentest“ leisten hier erste Hilfe. Eine individuelle Beratung können sie jedoch nicht ersetzen. Doch Achtung, es ist gut möglich, dass der Berater eine Provision für den Abschluss kriegt. Deshalb kann es nie schaden sich eine zweite Meinung bei der örtlichen Verbraucherzentrale oder einem unabhängigen Honorarberater einzuholen.

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