Energie sparen mit einem Hauswasserwerk

Energie sparen mit einem Hauswasserwerk

Es ist kein Geheimnis, dass insbesondere die Nebenkosten für das Wohnen seit Jahren immer dramatischer ansteigen. Gerade Strom und Wasser sind die Haupt-Preistreiber in diesem Bereich. Doch während beim Strom durch den Kauf moderner, energiesparender Geräte ein relativ großes Einsparpotential besteht, sieht es beim Wasser bedeutend schlechter aus. Gut, es werden immer wieder Tipps und Tricks zum Einsparen von Wasser publik gemacht, einen großen finanziellen Erfolg kann man damit aber in der Regel nicht erzielen.

Besonders ärgerlich ist, dass in einem durchschnittlichen deutschen Haushalt, der an das öffentliche Wasserversorgungsnetz angeschlossen ist, Dinge wie die Toilettenspülung oder die Waschmaschine mit kostbarem Leitungswasser betrieben werden. Das muss nun wirklich nicht sein. Als günstigere (und die Umwelt schonendere) Alternative bietet sich Regenwasser oder Sickerwasser an, das mittels eines sogenannten Hauswasserwerks gefördert wird.

Genau das ist unser Stichwort. Wir wollen uns in diesem Artikel mit dem modernen Hauswasserwerk als Alternative zur herkömmlichen Wasserversorgung durch das öffentliche Trinkwassernetz beschäftigen. In diesem Zusammenhang tauchen zunächst viele Fragen auf: Kann sich jeder ein solches System einbauen lassen? Welche Vor- und Nachteile besitzt ein Hauswasserwerk? Welche Kosten kommen auf den Nutzer zu? Usw. usw. Die entsprechenden Antworten und viele weitere Tipps finden Sie in den folgenden Absätzen.

Was ist ein Hauswasserwerk?

Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei einem Hauswasserwerk um eine sogenannte Eigenwasserversorgungsanlage. Ziel ist es dabei, den betreffenden Haushalt von einer externen Wasserversorgung zumindest teilweise unabhängig zu machen. Ist ein Hauswasserwerk installiert, entfällt also die Notwendigkeit des Anschlusses an das öffentliche Wasserversorgungsnetz für Einrichtungen wie Toilettenspülung und Waschmaschinenanschluss. Die Wasserversorgung dieser Komponenten erfolgt damit autark.

Um die Funktion eines Hauswasserwerks zu verstehen, sollten wir zunächst einen Blick auf die drei Haupt-Bauteile werfen. Um bei Bedarf ausreichend große Wassermengen zur Verfügung stellen zu können, benötigt ein Hauswasserwerk zwingend ein Wasserreservoir. Dieses Reservoir kann in Form eines Brunnens, eines Teiches (in selteneren Fällen) oder auch einer Zisterne (in den meisten Fällen) im System vorhanden sein. Im Reservoir wird das Wasser gesammelt und gelagert, so dass es jederzeit abgerufen werden kann. Die Befüllung des Reservoirs kann durch Grundwasser (z. B. beim Brunnen) oder durch Regenwasser (bei einer Zisterne) erfolgen.

Als weiteres Bauteil ist eine Pumpe zwingend notwendig. Sie sorgt dafür, dass das Wasser vom Reservoir auch dort hinkommt, wo es hin soll – also z. B. in die Toilette oder Waschmaschine. Die Pumpe lässt sich extern installieren oder in Form einer Tauchpumpe in das Wasserreservoir integrieren. Da die Pumpe beim Trockenlaufen Schaden nehmen kann, sind moderne Exemplare mit Sensoren ausgestattet, die den Betrieb automatisch abschalten, wenn nicht genügend Wasser im Reservoir vorhanden ist.

Um die Funktion der Pumpe zu regeln, ist außerdem ein Druckbehälter im System erforderlich. Hierbei handelt es sich in der Regel um einen mit Gas gefüllten Drucktank. Strömt nun das Wasser in den Tank ein, wird das Gas komprimiert und schaltet mithilfe eines Druckschalters bei Erreichen eines vordefinierten Wertes die Pumpe aus. Wird dem System Wasser entnommen, dehnt sich das Gas wieder aus und schaltet die Pumpe erneut ein.

Soviel zu den drei Hauptkomponenten eines Hauswasserwerks. Hinzu kommen außerdem noch kleinere Teile wie ein Druckmanometer sowie ein Überdruckventil, welches als Sicherheitsventil fungiert und die Anlage stilllegt, wenn der Druck zu groß wird.

Die Kosten

Was kostet ein komplettes Hauswasserwerk? Diese Frage dürfte den meisten Interessierten auf den Nägeln brennen, pauschal beantworten lässt sie sich allerdings nicht. Der Gesamtpreis hängt von vielen verschiedenen Faktoren und vor allen von den Gegebenheiten vor Ort ab. Fragen, die sich diesbezüglich stellen, sind z. B.: Wie viele Parteien bzw. Personen leben im Haushalt? Welche Technik ist bereits im Haus vorhanden? Für welche Zwecke soll das Hauswasserwerk genutzt werden? Usw. Die Pumpe – der Hauptbestandteil eines Hauswasserwerks – ist im Handel bereits zu Preisen ab ca. 100.- Euro erhältlich. Hinzu addieren sich allerdings noch die Preise für Reservoir, Druckbehälter etc. So kann sich der Pumpenpreis schnell verzehnfachen oder sogar noch höher steigen.

In welchen Fällen macht ein Hauswasserwerk Sinn?

Ursprünglich wurde das Hauswasserwerk nicht zum Einsparen von Energie konstruiert, sondern sollte Haushalten, die nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen werden können, eine schnelle und einfache Lösung zur Wasserversorgung bieten. Heute kommen diese Systeme jedoch viel häufiger aus Gründen der Energieersparnis zum Einsatz. Somit ist ein Hauswasserwerk für jeden sinnvoll, dem die Wasserkosten mittlerweile zu hoch geworden sind. Ideal ist es natürlich, wenn bereits ein Brunnen im Garten vorhanden ist, an den das Wasserwerk angeschlossen werden kann. Bezüglich des Umweltschutzes macht ein Hauswasserwerk in jedem Fall Sinn – schließlich ist Trinkwasser auch bei uns ein sehr wertvolles Gut, mit dem entsprechend sparsam umgegangen werden sollte. Übrigens: Für Geräte wie Waschmaschinen ist Brunnen- oder Regenwasser sogar besser, da es weniger Kalk enthält uns somit die empfindlichen technischen Bauteile besser schützt als herkömmliches Leitungswasser.

Die restliche Wasserversorgung – z. B. für Dusche, Waschbecken und Spüle – wird auch nach der Installation eines Hauswasserwerks bei Objekten, die an das öffentliche Wassernetz angeschlossen sind, von diesem gespeist. Lediglich bei Gebäuden ohne Anschluss übernimmt auch diese Aufgabe das Hauswasserwerk. Allerdings müssen in diesem Fall aufwendige Filtersysteme eingebaut werden, damit die geforderte Trinkwasserqualität gewährleistet werden kann.

Wie viel lässt sich mit einem Hauswasserwerk sparen?

Tests haben bewiesen, dass sich bei einer durchschnittlichen, vierköpfigen Familie mit der Nutzung eines Hauswasserwerks rund 50 % der Wasserkosten einsparen lassen. Voraussetzung dabei ist, dass das System sowohl die Toilette als auch die Waschmaschine mit Regen- oder Brunnenwasser versorgt. Rechnet man dies in Geld um, so entspricht es einer Ersparnis von bis zu 300.- Euro Wasserkosten im Jahr. Dabei ist der Stromverbrauch schon mit eingerechnet, den die Pumpe des Hauswasserwerks verursacht.

Als kostenloses Extra gibt es die beruhigende Erkenntnis dazu, dass zukünftige Verteuerungen beim Trinkwasser keinen Schock mehr auslösen können. Für viele Benutzer ist das einer der Hauptgründe, sich überhaupt ein Hauswasserwerk anzuschaffen.

Fazit

Das Hauswasserwerk ist längst nicht mehr nur eine Notlösung für Haushalte ohne Anschluss an das öffentliche Leitungsnetz, sondern kann aktiv dabei helfen, Kosten für die Wasserversorgung einzusparen. Natürlich ist dazu zunächst etwas konstruktiver und baulicher Aufwand notwendig, dieser wird sich aber in der Regel schnell wieder amortisieren.

Sie sind auch genervt von den hohen Wasserkosten? Dann denken Sie doch einmal über die Anschaffung eines Hauswasserwerks nach!

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