Änderungen bei den Bewertungsreserven von Lebensversicherungen

Die Bundesregierung plant eine Änderung der gesetzlichen Regelung zur Beteiligung der Kunden an den Bewertungsreservern ihrer Lebensversicherungen. Noch in diesem Jahr soll die Änderung durch sein, wann genau, ist jedoch noch ungewiss.

Wer eine Lebensversicherung hat, sollte sich gedanklich schon mal auf eine mögliche Änderung vorbereiten. Vor allem, wenn der Vertrag in den nächsten zwei Jahren fällig wird.

Was sind Bewertungsreserven von Lebensversicherungen?

Das Geld, welches in eine Lebensversicherung gespart wird, wird vom zuständigen Betreuer (i. d. R. die Versicherung) in verschiedene Kapitalanlagen investiert. Dies können Aktien, Sparbriefe, Fonds, Darlehen, Immobilien und sonstige Anleihen sein. LIegt der Marktwert der Kapitalanlage über dem Anschaffungspreis, entsteht durch den Überschuss eine Bewertungsreserve.

Durch die Finanzmarktkrise 2008 haben vor allem ältere Lebensversicherungen davon betroffen. Weil hier u. a. durch die festverzinslichen Wertpapiere hohe Bewertungsreserven entstanden sind. Lt. aktuellem Stand der Rechtslage müssen Versicherer die Kunden mit 50% an diesen Reserven beteiligen, sobald der Vertrag ausgezahlt wird. Diese Regelung gilt allerdings nur für Kapitallebensversicherungen und private Rentenversicherungen.

Was bedeutet dies in der Realität?

Die Bewertungsreserven werden an bestimmten Stichtagen immer wieder neu ermittelt. Meistens erfolgt dies in monatlichen Intervallen. Von daher unterliegen die Reserven starken Schwankungen. So kann es sein, dass beim Stichtag keine Bewertungsreserven vorliegen, oder dass welche in Höhe von Summe X vorhanden sind.

Sind Bewertungsreserven vorhanden, so unterliegt es dem vorab festgelegten Verteilungsschlüssel des jeweiligen Versicherers, wie viel er dem Versicherungsnehmer auszahlt.

Was will die Regierung ändern?

Unsere Regierung will die Lebensversicherungen stabilisieren. Die Frage ist nur, ob dies überhaupt sein muss. Zwar gibt es momentan eine Niedrigzinszphase, weshalb es den Versicherern schwer fällt, hohe Garantieleistungen für alte Verträge zu  erwirtschaften, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass der Staat eingreifen muss.

Die Regierung plant deshalb, dass bei einer vorzeitigen Beendigung des Vertrags, der Vertragsnehmer nicht mehr oder nur noch in Teilen an der Bewertungsreserve beteiligt wird.

Was sollte man jetzt tun?

Noch steht nichts fest, deshalb bringt es nichts, in Panik zu verfallen.

Wessen Lebens- oder Rentenversicherung in den nächsten zwei bis drei Jahren ausläuft, kann sich jetzt aber schon eine schriftliche Bestätigung zur Bewertungsreserve einholen. Idealerweise fragt man direkt auch nach der Höhe der garantierten und der voraussichtlichen Ablaufleistung bei unveränderter Vertragsforführung.