Was ist integrierter Pflanzenschutz?
Wogegen hilft Bacillus
thuringiensis?
Was ist biotechnischer
Pflanzenschutz?
Kann ich Pflanzen vor Schwermetallen
schützen?
Wann und wie wird Algenkalk
eingesetzt?
Welche Pflanzen helfen
einander?
Wie wirken Paraffinöle?
Wie kann ich Pflanzenschäden
vorbeugen?
Was zählt zum biologischen
Pflanzenschutz?
Das Gartenforum antwortet:
Was ist integrierter Pflanzenschutz?
Unter integriertem Pflanzenschutz versteht man die Zusammenfassung mehrerer Maßnahmen. Also: Standortgemäße Wahl der Pflanzensorten plus Nützlingseinsatz plus Bodenpflege und manuellem Entfernen von eventuellen Schädlingen. Ganz zuletzt steht auf dieser Liste der gezielte Einsatz von Insektiziden und Fungiziden. Diese sollten nur sparsam und nur im äußersten Notfall, also bei extremen Pflanzenschädigungen angewendet werden, und dies auch nur in jenen Bundesländern, wo es gesetzlich zulässig ist.
Wogegen hillft Bacillus thuringiensis?Der Bacillus thuringiensis ist ein 1911 in Thüringen entdecktes Bakterium. Das daraus entwickelte Mittel wird in Wasser gelöst und auf die Pflanzenblätter gespritzt, die von Schädlingsraupen befallen sind. Die Raupen nehmen mit ihrer Nahrung winzige Mengen des Präparates auf. Schon bald darauf sterben die Raupen ab. Allerdings wirkt das im Handel erhältliche Mittel nicht gegen Raupen, die in Knospen leben. Die Präparate sind für Menschen, Haustiere und Bienen unschädlich.
Was ist biotechnischer Pflanzenschutz?Darunter versteht man den Einsatz von Hilfsmitteln wie z.B. Gelbtafeln, Leimringen, Pheromonfallen oder Schutznetzen gegen bestimmte Schädlinge. Derartige Hilfsmittel sind bei Schädlingsbefall meist schon völlig ausreichend. Stärkeres "Geschütz" braucht in fast allen Fällen dann gar nicht mehr benutzt zu werden. Biotechnische Hilfsmittel sind umweltfreundlich.
Kann ich Pflanzen vor Schwermetallen schützen?Da schädliche Schwermetalle wie Blei, Arsen, Cadmium, Quecksilber oder Zink in winzigen Mengen mit der Luft auf die Pflanzen und den Boden "herabregnen", kann der Hobbygärtner leider nur ganz wenig Schutzmaßnahmen bieten. Hervorgerufen wird diese Schadstoffberieselung von Industrie, Heizanlagen und Autos. Man kann lediglich durch ständige Bodenverbesserung mit Humus einen Teil dieser Schadstoffe in der Erde binden. Auch wer Überdüngung durch Stickstoff oder Phosphat vermeidet, reduziert die Anreicherung von Schwermetallen im Erdreich.
Wann und wie wird Algenkalk eingesetzt?Algenkalk, der aus den Ablagerungen von gewissen Meeresalgen gewonnen wird, enthält neben dem Kalk auch Magnesium und verschiedene Spurenelemente. Über das Pflanzenlaub gestäubt, fördert Algenkalk die Widerstandskraft gegen Pilzinfektionen. Außerdem schützt er - bedingt - auch vor Schadinsekten. Als Ring um besonders gefährdete Pflanzen gestäubt, hält er auch Schnecken fern. Allerdings hat Algenkalk den Nachteil, dass er bei regnerischem Wetter rasch fortgewaschen wird. Natürlich soll man Algenkalk nicht bei kalkempfindlichen Pflanzen anwenden!
Welche Pflanzen helfen einander?Es gibt Pflanzen, die in ihrer Nachbarschaft angebaute andere Pflanzen vor Schädlingsbefall oder Pilzkrankheiten schützen. Einige markante Beispiele für solche Pflanzennachbarschaften sind Erdbeeren und Knoblauch bzw. Zwiebeln (Knoblauch und Zwiebeln schützen vorbeugend vor Pilzinfektionen), Kohl und Tomaten (der strenge Tomatengeruch schützt den Kohl vor Kohlweißlingen), Möhren und Zwiebeln (schützen sich gegenseitig vor der Möhren- und vor der Zwiebelfliege). Umweltfreundlicher kann Pflanzenschutz wahrlich nicht sein!
Wie wirken Paraffinöle?Paraffinöle sind gereinigte Erdölprodukte, die Paraffin enthalten. Paraffine wiederum bestehen aus einer Mischung von verschiedenen Kohlewasserstoffen. Paraffinöl und andere Mineralölprodukte wie z.B. Weißöl werden vor allem im Winter während des Austriebs der Obstbäume gespritzt. Unter dem so entstehenden feinen Ölfilm können Schädlinge wie Schildläuse oder Spinnmilben nicht mehr atmen. Sie sterben ab. Derartige Produkte sind zwar ungiftig. Aber sie haben leider den Nachteil, dass sie auch Nützlinge, die sich während des Winters in der Baumrinde verstecken, mit beseitigen.
Wie kann ich Pflanzenschäden vorbeugen?Durch gezielte Vorbeugemaßnahmen kann der Hobbygärtner viel dazu beitragen, dass seine Pflanzen gut gedeihen. Zu diesen Vorbeugemaßnahmen zählt die richtige Bodenpflege, die richtige Wahl des Pflanzenstandortes, die richtige Wahl der Sorte und des Saat- und Pflanzengutes ebenso wie Mischkultur und Fruchtwechsel. Wenn dazu noch der Einsatz von Nützlingen und eine allgemeine Hygiene kommen, dann sind die Pflanzen schon gewappnet gegen Schädlinge und Erkrankungen verschiedenster Art.
Was zählt zum biologischen Pflanzenschutz?Biologische Maßnahmen des Pflanzenschutzes sind vor allem der Einsatz von Mitteln auf der Basis von Bacillus thuringiensis oder von nützlichen Nematoden gegen Schädlinge im Bodenbereich. Biologischer Pflanzenschutz ist also der gezielte Einsatz lebender Organismen gegen Schadorganismen. Diese Methoden sind für Menschen und Haustiere völlig ungefährlich. Für die Umwelt sind diese Pflanzenschutzmaßnahmen nicht schädlich.

















