Unfallversicherung – was ist das?

Unfallversicherung – das ist doch die Versicherung, die ich brauche, wenn ich einen Unfall hatte, oder? So, oder so ähnlich lautet die Frage nach der Unfallversicherung. Die Unsicherheit ist groß, dabei ist diese Versicherung besonders wichtig. Im Folgenden wollen wir ein bisschen Aufklärungsarbeit leisten und erklären, was eine Unfallversicherung überhaupt ist und wozu man sie braucht.

Die Definition einer Unfallversicherung

Lt. Wikipedia wird darunter eine Versicherung um Gesundheitssystem verstanden, die gegen die Folgen eines Unfalls absichert (Link: Wikipedia).

Nehmen wir mal an:

Herr Müller ist im Garten und will seine Dachrinne sauber machen. Er steigt auf die Leiter und fängt mit der Arbeit an. Ganz plötzlich kommt die Leiter ins Wackeln und Herr Müller stürzt unglücklich. Zum Glück ist nicht viel passiert, nur der rechte Arm ist gebrochen.

Jetzt hat Herr Müller nur das Problem, dass er nicht mehr arbeiten kann, zumindest solange der Arm in Gips ist. In einem solchen Fall würde die Unfallversicherung greifen. Diese zahlt nicht nur die medizinischen Kosten, wie den Arzt in der Notfallaufnahme, sondern auch die Transportkosten. Wenn also unser Herr Müller mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden muss, muss nicht er die Kosten für die Fahrt tragen. Die Versicherung würde diese übernehmen.

Und nicht nur das, während der gesamten Krankenphase greift die Versicherung ein. Kosten, z. B. für die Rehabilitation (Krankengymnastik & Co.) werden ebenfalls gezahlt.

Es gibt sogar Versicherungen, die im Fall eines Todes Sterbegeld an die Hinterbliebenen auszahlen. Dies hängt jedoch von dem jeweiligen Vertrag und dem Versicherungsunternehmen ab. Wenn Sie schon eine Unfallversicherung haben, fragen sie ruhig ihren Anbieter, ob ein Hinterbliebenenschutz vorhanden ist.

Das oben genannte Beispiel kommt allerdings nur zustande, wenn eine private Unfallversicherung vorhanden ist. Neben der privaten gibt es noch eine gesetzliche Variante. Diese zahlt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen, wie im Folgenden beschrieben wird.

Die gesetzliche Unfallversicherung

Die gesetzliche Form ist eigentlich Teil der Sozialversicherung. Hierzu dient das 7te Buch des Sozialgesetzbuches als Grundlage. Dies besagt, dass Arbeitnehmer geschützt werden sollen in Hinblick auf Arbeitsunfälle. Somit werden Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten abgedeckt.

Gesetzlich versichert sind z. B.
  • Arbeitnehmer
  • Kinder einer Kindertagesstätte
  • Schüler
  • Studenten
  • Landwirte
  • Auszubildende
  • Pflegepersonal
  • Selbstständige und Freiberufler (wenn sie freiwillig Leistungen zahlen)
  • Ausnahme: selbstständige Friseure

Selbstständige oder Freiberufler sind nur dann in der gesetzlichen Unfallversicherung, wenn sie sich freiwillig dafür gemeldet haben und Beiträge zahlen. Die einzige Ausnahme bilden hierbei Friseure. Diese sind stets versichert, weil sie ein erhöhtes Risiko für Berufskankheiten haben und somit der Versicherungspflicht unterliegen.

Wann greift die gesetzliche Versicherung?

Dies ist wohl mit die spannenste Frage, die gleichzeitig den Grund aufzeigt, warum eine Private so wichtig sein kann. Die gesetzliche Unfallversicherung tritt nämlich nur dann in Kraft, wenn ein Arbeitsunfall passiert. Dieser kann entweder direkt am Arbeitsort stattfinden, oder aber auf den Weg zur Arbeit, bzw. von der Arbeit zurück nach Hause. Einzige Ausnahme sind Berufskrankheiten. Damit diese jedoch greifen, muss die Berufskrankheit im Vorfeld anerkannt worden sein. Rückenprobleme, die z. B. bei vielen Bürotätigkeiten auftreten, zählen nicht als Berufskrankheit. Auch Herz-Kreislauferkrankungen sind ausgeschlossen, vielleicht weil sie zu den sog. Volkskrankheiten zählen.

Berufsunfähigkeitsversicherung vs. Unfallversicherung

Immer wieder kommt es vor, dass die Unfallversicherung mit der Berufsunfähigkeitsversicherung verwechselt wird. Sollte aufgrund eines Unfalls eine Berufsunfähigkeit die Folge sein, so würde die Unfallversicherung eine Art “Rente” zahlen. Das zukünftige Einkommen wäre dadurch gesichert.

Tritt die Berufsunfähigkeit aber nicht wegen eines Unfalls ein, zahlt die Unfallversicherung nicht. Die Berufsunfähigkeitsversicherung würde hingegen dann greifen, wenn man z. B. aufgrund eines Herzinfaktes nicht mehr weiter arbeiten kann.

Wer sollte eine solche Versicherung abschließen?

Letztlich kann jeder eine Unfallversicherung zusätzlich zur Gesetzlichen abschließen, um seinen Schutz zu erhöhen. Immerhin passieren lt. Statistik 80% aller Unfälle nicht am Arbeitsplatz, sondern Zuhause oder woanders. Sie ist aber auf jeden Fall für Personen empfehlenswert, die aufgrund von Vorerkrankungen keine vollständige Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen können.

Bereits Kinder können abgesichert werden. Denn auch diese können durch einen Unfall medizinische Versorgung brauchen.

Auch Hausfrauen sollten über eine Unfallversicherung nachdenken. Die gesetzliche Versicherung greift ja nur bei der Arbeit. Da eine Hausfrau jedoch keinen Arbeitgeber hat, gibt es somit auch niemanden der sie gesetzlich versichert. Damit auch die Hausfrauen und Hausmänner abgesichert sind, lohnt sich die zusätzliche Absicherung.