Garten aktuell
Herbstzeit – Zeit der zierenden Gräser
Die größeren Gartenziergräser zeigen sich jetzt, da sie zu voller Höhe herangewachsen sind oder sogar noch Ähren- bzw. Rispenschmuck angesetzt haben, in voller Pracht. Entscheidungen, das eine oder andere davon in den eigenen Garten zu holen, fallen daher jetzt am leichtesten. Mit über zwei Meter hohen Arten wie Pfahlrohr und Riesenchinaschilf lässt sich leicht ein unaufdringlicher Sichtschutz pflanzen. Dabei müssen Gräser nicht zwingend nur grün sein: vom Pfahlror z. B. gibt es eine weißbunte Varietät. Auch andere Arten, wie Zebragras (gelbe Querstreifen) oder Goldleistengras (gelbe Längsstreifen), bringen mit ihren windbewegten Halmen den gelb-grünen Farbenschimmer wie ein Spiel von Sonnenstrahlen in Beete und Rabatten mit ein. Bei einer solchen Pflanzenwahl unterstreichen Sie die Wirkung von Leichtigkeit der Gräser also noch einmal.
Gartengräser jetzt teilen
Ende September ist die günstige Zeit, Gartengräser zu teilen – entweder, weil sie zu groß geworden sind, oder weil Sie sie vermehren möchten. Zuvor lohnt es, die Rispen und Ähren für Trockensträuße der höheren Arten zu ernten. Kleingräser lassen sich meist mit dem Spaten problemlos zerteilen. Dicker horstige wie die meisten Miscanthus-Arten zerteilt man bequemer mit einem Spork, dessen spitze, scharfe Zacken die Arbeit deutlich erleichtern. Eine Axt hingegen werden Sie benötigen, um Riesenchinaschilf mit seinen harten Rhizomen auseinander zu bringen. Pflanzen Sie beim wieder einsetzen Ausläufer bildende Gräser wie das Goldleistengras in eine Wurzelsperre, um ihre unkontrollierte Ausbreitung im Beet von vornherein zu unterbinden.
Fröhliche Ostern vorbereiten
Wenn an Ostern die Glocken läuten, dann sollten in Ihrem Garten auch die Osterglocken blühen. Damit sie es tun, pflanzen Sie sie am besten jetzt, Mitte September. Faustregel für die Pflanztiefe: doppelte Zwiebelhöhe. In Beeten pflanzt man am besten mithilfe eines Spatens in ein Pflanzloch. In bestehenden, dicht bewachsenen Staudenbeeten und im Rasen ist dazu ein Zwiebelpflanzer empfehlenswerter. Übrigens: Es müssen nicht immer die Narzissen-Standards sein! Probieren Sie doch einmal Osterglocken-Vielfalt: Cyclamineus-Narzissen, gefüllt blühende Narzissen, großkronige Narzissen, Jonquilla-Narzissen, kleinkronige Narzissen, Poeticus-Narzissen, Spaltkronen-Narzissen, Tazetta-Narzissen, Triandrus- Narzissen, Trompeten-Narzissen und Narzissenwildarten machen wirklich Lust auf Abwechslung!
Sommerblumen - Überwinterung im Kleinformat
Wem es zu mühsam ist, seine Geranien und Fuchsien in all ihrer Größe zu überwintern, der kann die „kleinere Variante“ wählen und jetzt noch Stecklinge von den Pflanzen schneiden. Dazu werden Triebspitzen von etwa 5-7 cm Länge von den Sommerblumen abgetrennt, in der unteren Hälfte entblättert und danach bis zum Blattansatz in ein Torf-Sand-Gemisch (1:1) gesteckt. Vor dem Stecken der Geranien die Schnittwunden antrocknen lassen! Halten Sie die Stecklinge hell, feucht und warm bei 25 °C. Die bewurzelten Stecklinge lassen sich dann vergleichsweise Platz sparend überwintern und im Februar wie Jungpflanzen topfen und antreiben.
Calluna, Monate lang haltbar
Sommerheide (Calluna), auch Besenheide genannt, wird jetzt wieder in verschiedenen Farbsorten als hochsommerlicher Farbtupfer für Gärten und Pflanzgefäße beim Gärtner angeboten. Besonders die so genannten Knospenblüher unter ihnen sind zunehmend beliebt, weil sie nicht mehr verblühen können. Ihnen fehlt von Natur aus die Eigenschaft aufzublühen. Und weil sie in der Knospe „stecken bleiben“, wie es der Gärtner nennt, können sie nicht von Bienen befruchtet werden, Samen ansetzen und damit verblühen. Kein Braunwerden mehr der schmucken Knospen – und das über Monate hinweg, oftmals bis in den November, Dezember hinein.
Über Samenreife
Zahlreiche Pflanzen rund um den Garten setzen jetzt Samen an. Kann man diese Samen für eigene Aussaaten hernehmen? Die Antwort lautet Jein. Sie können Samen von allen Wildpflanzen, sowie von Pflanzen ohne spezielle Sorteneigenschaften uneingeschränkt als Saatgut verwenden. Sobald Sie aber von einer Pflanze eine Sorte samenbeernten möchten (z. B. eine Wildart mit Blütenfarben-Abweichung), dann kann die Aussaat davon – bezogen auf die Mutterpflanze – möglicherweise unterschiedliche Nachkommen hervorbringen. Das gilt auch für Gemüsepflanzen. Lediglich sehr alte Gemüsesorten sind oftmals sortenstabil, können also aus eigenen Nachzuchten weitervermehrt werden. Moderne Hochleistungssorten (so genannte F1-Hybriden) können Sie nicht selber samenvermehren.
Tafeltrauben im Endspurt
Die frühen Tafeltraubensorten wie ’Birstaller Muskat’ oder ’Lilla’ beginnen jetzt mit der Reife, die mittelfrühen folgen schon Mitte September. Um den Trauben nun noch das richtige Finish zu geben, werden sie jetzt frei gestellt. Dazu entfernt man das Laub rund um den Behang, um ihn der Sonne und Nachreife auszusetzen. Gleichzeitig kontrolliert man die Trauben und entfernt erforderlichenfalls schadhafte oder zu kleine Beeren daran. Die diesjährigen Triebe werden nun auf das erforderliche Maß an den Spitzen gekappt, dort wo sie zu lang sind. So beenden diese Fruchttriebe tragenden Ruten des nächsten Jahres jetzt das Längenwachstum und reifen im Holz besser aus, was sie frostfester macht.
Frostschutz an Fuchsien vorbereiten
Frostfeste Fuchsien überwintern dann am besten, wenn die unteren holzigen Stielabschnitte etwa drei Finger breit in der Erde ruhen. Dann friert alles Oberirdische der Fuchsien zwar zurück, sie treiben jedoch im April/Mai willig wieder aus. Dazu kann man die Pflanzen nun mit einigen Schaufeln Gartenerde flach anfüllen. Und zwar so, dass die Pflanzenmitte entsprechend angehäufelt ist, die Erdauflage aber zum Rand hin flacher wird. So gerät auch der Wurzelteller mit einem Durchmesser von etwa einem halben Meter unter den Genuss zusätzlichen Frostschutzes, ohne aber die Wurzeln zu tief in die Erde zu bringen und sie so zu ersticken.