Garten aktuell
Der Petersilientrick
Es war ein warmer Winter und die Blumenzwiebeln blühen heuer drei Wochen früher als gewöhnlich. Dennoch: Die Aussaaten im Frühjahrsgarten brauchen seine Zeit. So benötigt Petersilie drei Wochen Zeit bis zur Keimung. Die benötigt sie im Haus auch. Wenn Sie aber schon jetzt im Haus die viel begehrten Kräuter in kleinen Töpfen (9 cm) aussäen, dann können Sie die Jungpflanzen, nach einigen Tagen der Abhärtung im Halbschatten, bereits Anfang April ins Freie pflanzen. Dadurch gewinnen Sie vier Wochen Vorsprung gegenüber erst Ende März im Freien ausgesätem Würzkraut – und können vier Wochen länger mehr Petersilie ernten!
Für mehr Schmetterlinge im Garten
Im Märzen der Bauer sein Rösslein anspannt – und der Gärtner beschneidet seine Sträucher. Jetzt ist nicht mehr mit strengen Frösten zu rechnen, weswegen auch die frostempfindlichen Halbsträucher wie Bartblume, Lavendel und Sommerflieder geschnitten werden können. Sie werden jetzt um etwa ein Drittel, Sommerflieder sogar um zwei Drittel eingekürzt. Anschließend mit Kompost düngen, wobei Sommerflieder gut dreimal so viel davon erhält, wie der mit weniger Nährstoffen zufriedene Lavendel. Apropos Nährstoffe: Den Schmetterlingen ist der Sommerflieder eine begehrte Nahrungsquelle, zu der sie in Scharen flattern. Wie, sie haben noch keinen? Dann aber hurtig! Er wächst sogar in einem geräumigen Kübel (am besten mit Wasservorrat) auf der Terrasse.
Obstbaumschnitt jetzt beginnen
An frostfreien Tagen können Sie mit dem Obstbaumschnitt starten. Legen Sie los mit Baumkontrolle und Arbeitsvorbereitung: In welchem Zustand sind die Gehölze? Müssen die Stämme entmoost, gekalkt werden? Gilt es Wunden zu versorgen, die z. B. mit Mähgeräten am Stammgrund verursacht worden sind? Zeigt sich Obstbaumkrebs in den Kronen? Planen Sie pro Buschbaum etwa eine halbe Stunde Schnittzeit je Baum, pro größerem Hochstamm etwa eine Stunde Arbeitszeit ein (ohne Schnittgutentsorgung). Um die Handgelenke zu trainieren, beginnen Sie ein paar Tage vor dem Baumschnitt am besten mit dem Rückschnitt des Beerenobstes mit seinem weicheren Holz.
Naschobst gewinnt an Bedeutung
Wenn Sie bereits an trüben Wintertagen vom sonnigen Sommergarten träumen, so werden jetzt die Weichen gestellt, um Träume wahr werden zu lassen. Damit Sie schon im Juni/Juli aromatische Beeren von den Zweigen zupfen können, gilt es jetzt, zu pflanzen. Es lohnt sich durchaus, z. B. Johannis-, Stachel- und Jostabeeren in den eigenen Garten zu pflanzen. Deren Früchte werden teuer gehandelt – da rechnet sich ein eigener Busch oder Stamm. Aktuelle Stachelbeersorten sind Invicta (grün) und Pax, Rokula und Rote Eva (alle rot). Gelbfrüchtig ist Hinonmäki. Die würzig schmackhaften Jostabeeren sind eine Kreuzung von Johannis- und Stachelbeere. Die Sorte Jonova (weinrot) reift im Juli noch vor ihrer Schwestersorte Jostine (schwarzrot).
Schneeglöckchen, Weißröckchen
Die ersten Schneeglöckchen blühen! Galanthus nivealis heißt das Schneeglöckchen mit seinem „richtigen Namen“. Das ist der botanische, an dem der zierliche Winterblüher unter Botanikern und Gärtnern weltweit erkannt wird. Der Name ist eigentlich doppelt gemoppelt. Übersetzt man ihn nämlich, so wird „schneeweiße Milchblume“ daraus. In der Blumensymbolik, die Ihren Höhepunkt in Rokoko und Biedermeier hatte, ist das Schneeglöckchen aufgrund seines ungewöhnlichen Blühzeitpunktes ein Sinnbild der Hoffnung. Wie übrigens auch der Krokus. Weil der in Blütenfarbe, Narbe und Staubgefäßen aber mit warmem Goldgelb auffällt, kommen bei ihm die Sinndeutungen „Licht“ und „Liebe“ hinzu.
Test the best
Saatgut ist in einer speziellen Keimschutzverpackungen verpackt. Das bewahrt den Samenkörnern ihre Keimwilligkeit und Keimfähigkeit lange Zeit. Wenn nicht alle Samen einer angebrochenen Keimschutzverpackung verwendet wurden, aber auch dann, wenn das Verfallsdatum erreicht wird, dann interessiert die Frage, ob das Saatgut noch zu gebrauchen ist. Darüber gibt dann eine Keimprobe Aufschluss. Zählen Sie, je nach Saatgut, 10 bis 20 Korn aus und bringen Sie die in einem Behälter ohne Erde zum Keimen. Sind mehr als 60-70 Prozent der Körner aufgegangen, dann lohnt es noch, das Saatgut zu verwenden. Spätestens aber dann, wenn nur noch die Hälfte keimt, kaufen Sie besser frisches Saatgut nach. Sonst drohen entsprechende Lücken im Beet.
Radieschen von der Fensterbank
Man nehme eine Multitopf-Platte (da gibt Ihnen Ihr Gärtner bestimmt eine von seinen), Aussaaterde und Radieschensamen einer Frühjahrssorte (steht auf der Packung). Dann befülle man die Platte mit der Erde und gebe in jeden Minitopf 2 bis 3 Radieschensamen (von denen Sie nach der Keimung die kräftigste wachsen lassen). Hellstmöglich und bei ca. 16 bis 20° C auf eine wasserfeste Unterlage stellen und immer leicht feucht, aber nie nass halten. Nach dem Erstarken der Jungpflanzen sachte düngen. Das Ergebnis: leckere Radieschen binnen acht Wochen – auch für diejenigen bemitleidenswerten Zeitgenossen, die keinen Garten haben. Denn dieser Tipp funktioniert auch innen auf der Fensterbank!
Stauden – und staunen
Ein Garten ohne Stauden – das geht gar nicht! Was aber recht gut geht, das ist Stauden selbst auszusäen, anstatt sie zu kaufen. Zum Beispiel Islandmohn, Rittersporn, Sommermargerite und Steppensalbei lassen sich bereits im Februar/März bei 18 bis 20° C Keimtemperatur innen auf der Fensterbank aussäen und im April ins Freiland umpflanzen. Wenn alles klappt, blühen sie schon im Aussaatjahr – und dann alle Jahre wieder! Weiteres Plus: Wer Stauden aussät, bekommt gleich mehrere, kostengünstige Pflanzen, die er im Garten etwas großzügiger verteilen kann.