Rückzahlungsansprüche bei überhöhten Gaspreisen - was ist möglich

In diesem Beitrag möchten wir einige Informationen für evtl. Rückzahlungsansprüche bei überhöhten Gaspreisen liefern.

Bereits vor einigen Jahren haben viele Gasversorger Lieferverträge mit Haushalts-Sonderkunden gemacht. Diese beinhalteten eine unwirksame Preisanpassungsklausel, worauf sich die Gasanbieter bei den letzten Preiserhöhungen beriefen. Doch da die Klausel unwirksam ist, sind die Preiserhöhungen unwirksam. Verbraucher können somit ihren Versorgern eine Rechnungskürzung vorlegen, die diese akzeptieren müssen. Auch, wenn der Kunde Widerspruch eingelegt hat oder die Rechnung nur unter Vorbehalt gezahlt wurde, muss der Differenzbetrag zurückgezahlt werden. Auch, alle die die Rechnung ohne Widerspruch bezahlt haben, haben eine reelle Chance Geld zurück zu bekommen.

Wer kann Geld zurückverlangen?

Um Rückzahlungsansprüche geltend machen zu können, müssen drei wesentliche Faktoren berücksichtigt werden.
  1. Die Rechnung darf nicht verjähren. Alle Rechnungen aus 2010 müssen noch dieses Jahr beansprucht werden. Ansonsten verfallen die Ansprüche.
     
  2. Die Ansprüche können für drei Jahre geltend gemacht werden. Der Widerspruch muss deshalb auch in dieser Zeit erfolgen. Jedoch  muss bei jeder Abrechnung geprüft werden, ob eine unwirksame Preisanpassungsklausel vorhanden war, diese geändert wurde oder durch einen Neuvertrag zustande kam.
     
  3. Die Berechnung, wie viel Sie letztlich wieder kriegen, kann anhand einer speziellen Tabelle durchgeführt werden. Mit dieser können Sie die Summe Schritt für Schritt bestimmen. Wer dies nicht selbst machen möchte, kann sich auch einen Anwalt zu Rate holen.

Weitere Hinweise:

Ganz wichtig: haben Sie noch einen Rückzahlungsanspruch aus 2010 so wird der Ende 2013 verjähren. Deshalb muss hier schnell gehandelt werden. Damit Sie einen solchen Anspruch geltend machen können, sollten Sie die folgenden drei Tipps beherzigen.
  1. Nicht bei jeder Preiserhöhung können Sie Geld zurückverlangen. Deshalb sollten Sie nicht jede einzelne Rechnung überprüfen.

     
  2. Besser ist es, wenn Sie auf das Kündigungsrecht achten. Wie sieht die ordentlichen Kündigung aus und wie die Fristlose. Die fristlose Kündigung kann meist im Falle einer Preiserhöhung durchgeführt werden. Dies gibt Ihnen die Gelegenheit sich einen anderen Gasanbieter zu besorgen.
     
  3. Vergleichen Sie die Preise und Konditionen. Sind diese bei einem anderen Anbieter günstiger, können Sie wechseln. Auch ein Tarifwechsel kann sich lohnen. Als Verbraucher kann man so ein Zeichen setzen und dem Anbieter einen gewissen Druck machen, sodass mehr Wettbewerb entsteht. Tarifrechner eignen sich übrigens hervorragend, um sich über Angebote und Preise der Konkurrenz schlau zu machen.
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