Das gilt es bei der Wohnungsübergabe zu beachten

Nur eine gut dokumentierte Wohnungsübergabe gewährleistet, dass es beim späteren Auszug oder etwaigen Mietmängeln keine Probleme gibt, die Tatsachen auch nachzuweisen. Insbesondere bei möblierten Wohnungen ist dies häufig der Fall, da sich manche Schäden an den Einrichtungsgegenständen vom Vormieter nicht auf Anhieb feststellen lassen, Sie im Umkehrschluss aber dafür verantwortlich sind. Auch der vertraglich fixierte Zwang, notwendige Schönheitsreparaturen durchführen zu müssen, lässt sich in der Realität nur selten halten.

Wir geben Ihnen Informationen über die wichtigen Bestandteile der Vereinbarungen sowie der Dokumentationen.

Regelmäßig Pflicht: Das Übergabeprotokoll


Bei der Anmietung von Wohnraum kommt es auf Vertrauen an, aber auch gegen mögliche Probleme gilt es sich zu wappnen (hilfreich bei der Dokumentation sind hierbei Muster eines Wohnungsübergabeprotokolls). Man sollte sich außerdem vergegenwärtigen, welche Funktion die Wohnungsübergabe überhaupt besitzt. Einzig allein hier, wenn Sie mit dem Vermieter die Wohnung inspizieren und die Schlüssel erhalten, haben Sie Gelegenheit zu monieren oder Sachmängel mit anzuführen. Dies ist von Bedeutung, da oftmals ein Teil der Kaution in diesem Moment angezahlt wird.

  • Überblicken Sie die wichtigsten Stellen des Mietvertrages nochmals, überprüfen Sie die Ihnen auferlegten Pflichten und gehen Sie dann planmäßig bei der abschließenden Wohnungsbesichtigung vor.

  • Hier ist es von Bedeutung, in welchem Zustand der Vermieter Ihnen die Wohnung übergibt. Regelmäßig müssen Sie davon ausgehen, dass Teile der Zusagen erst im Laufe der nächsten Wochen erledigt werden, da Fachbetriebe einen gewissen zeitlichen Vorlauf haben und ein Leerstand oft nur wenige Tage gegeben ist. Sie sollten daher dokumentieren, dass die notwendigen Arbeiten innerhalb einer festen Frist durchgeführt werden.

  • Nehmen Sie sich einen fachkundigen Freund oder Bekannten mit, welcher insbesondere die technischen Anlagen überprüfen kann oder die Qualität der Bausubstanz. Notieren Sie dann alle Mängel beim Einzug und lassen dies vom Vermieter gegenzeichnen.

  • Achten Sie darauf, dass Türen einwandfrei funktionieren und diese in einem guten Zustand sind. Aufgrund fehlender Belüftung sind manche Bereiche hinter Türen mit Ansätzen von Schimmel versehen, was sich am Geruch am ehesten festmachen lässt. Beachten Sie außerdem, dass Schlüssel für im Haus liegende Türen vollständig und korrekt vorhanden sind.
  • Manche Bodenbeläge sind äußerst schwer zu reinigen, gerade wenn die Wohnung etwas älter ist und die Dreck bereits eingebrannt hat. Machen Sie Fotografien vom Bodenbelag und dokumentieren Sie gewisse Druckstellen oder Kratzer, die auf Anhieb sichtbar sind.

  • Vor allem bei einfach verglasten Fenstern gibt es Probleme, denn die nötige Isolierung fehlt und der allgemeine Zustand ist generell niedrig. Funktionieren alle Fenster vollständig, sind sie gereinigt und nicht teilweise beschädigt?

  • Im Badezimmer kommt es vornehmlich auf die Qualität und Funktionsweise der Installationen an. Funktionieren Boiler, Wasserhähne und dergleichen? Sind Leitungen ausreichend isoliert, lässt sich die Wasserspülung ohne Probleme betätigen?

  • Im letzten Schritt gilt es, die elektrischen Leitungen und Schalter zu überprüfen. Wichtig ist, dass übermalte Leitungen dokumentiert sind und Schäden nachweisbar gemacht werden – anderenfalls kann es sein, dass Sie in der Regresspflicht bei Defekten stehen.


Weitere Tipps


Vereinbarungen zu Schönheitsreparaturen auf Seiten des Mieters sind nur wirksam, wenn dafür keine harten Fristen getroffen wurden. Allgemein gehaltene, den generellen Zustand der Wohnung berücksichtigende Klauseln sind aber anerkannt und wirksam. Eine „fachgerechte Umsetzung“ kann auch von einem erprobten Heimwerker durchgeführt werden, sodass das Ergebnis allgemeinen Standards entspricht. Davon abhängig ist aber immer die Tatsache, wie der jeweilige Abnutzungszustand der Wohnung ist und was als notwendig erachtet werden kann.

Beachten Sie, dass eigene Installationen und Einbauten auch dann beim Auszug wieder entfernt werden müssen, auch wenn die Zustimmung des Vermieters vorliegen mag. Dieser Punkt führt regelmäßig zu Streit, denn generell ist der Vermieter daran interessiert, den Wohnraum nach eigenen Vorstellungen einem neuen Mieter zur Verfügung zu stellen – es kann also im besten Falle darum gehen, dass Einbauten nicht entfernt werden müssen.

Ein Tipp: Vereinbaren Sie Abstandszahlungen für Einbauten, um auf Nummer Sicher zu gehen.

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